Ein Höhepunkt rumänischer Kultur

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Klaus
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Ein Höhepunkt rumänischer Kultur

Beitrag von Klaus »

Das Kitschmuseum in Bukarest:

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Klaus
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Re: Ein Höhepunkt rumänischer Kultur

Beitrag von Klaus »

Ein "Fisch aus Glas" auf dem Fernseher - war das in der "Epoca de aur" der Ersatz für das Westfernsehen?

Ich bin ja in Braunschweig aufgewachsen. Dort waren alle TV-Antennen in Richtung auf den Harz ausgerichtet. Dort befanden sich in 800 Meter Abstand die beiden Sender Torfhaus (Westprogramm) und Brocken (Ostprogramm) - dazwischen befand sich die Grenze.

Das Regime in der DDR versuchte alles, das Gucken der westlichen Programme zu verhindern - was ihm aber nicht gelang. Die Ecken weiter im Osten, wo die Westprogramme nicht hinkamen, wurden von den besser informierten Kollegen weiter westlich bedauernd das "Tal der Ahnungslosen" genannt.

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Sabine Waage
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Re: Ein Höhepunkt rumänischer Kultur

Beitrag von Sabine Waage »

Ich bin in Leipzig geboren , aufgewachsen und wohne nun mit 50 immer noch in Leipzig. Daran wird sich auch nichts mehr ändern. Klaus Du hast recht. In Leipzig zB wir hatten noch einwandfreies ARD Programm von Bild und Ton genau wie DDR 1 und DDR2. ZDF zu schauen war eine Katastrophe bzw nicht möglich da das ständig grieselte. SFB das selbe ständig Schnee Gries auf dem Bild. Andere Sender gab es ja damals noch nicht. Wenn man dann nach Freital , Dresden und dort die Umgebung kam da hattest gar kein Westfernsehen was wirklich zu dem Namen Tal der Ahnungslosen führte.
Die ZDF Serien zb für Kinder Heidi und Biene Maja und die Erwachsenenserien Denver Clan und Die Colbys habe ich erst viel später als Wiederholungen sehen können. Jetzt zu Weihnachten mit meiner Mutti auch eine ZDF Weihnachtskinderserie gesehen Nesthäkchen, Das war 1983 im Weihnachtsprogramm aber eben auch im ZDF was wir ja nicht hatten bzw sehr schlecht.
Den Brauch mit einem Fisch oder anderem Souvenier auf dem TV als Sinnbild für westfernsehen kenne ich nicht.
Einige hatten irgendwelchen Kitsch auf dem Gerät stehen ich denke das hatte aber keinen höheren Sinn sondern nur Deko.

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Sabine Waage
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Re: Ein Höhepunkt rumänischer Kultur

Beitrag von Sabine Waage »

Wenn man als Ossi Urlaub machte zB im Thüringer Wald nähe Eisenach oder eben im Harz in Brockennähe und hatte Glück und wohnte außer Haus des FDGB Heimes bei Familien die Zimmer vermietet haben - da hattest damals als Standard fast überall ein Radio. Dort ging glaub nicht Sender raus zunehmen oder zu sperren.Mein Vati hat dann immer zuerst geschaut ob NDR 2 oder der amerik oder engl Soldatensender da waren. Letzere wegen guter Musik. In Grenznähe hattest da Glück. IM FDGB Heim selber gab es einen Fernsehraum. Oft mit nur einem sw Fernseher. Und bei älteren Geräten war es möglich die so einzustellen das man nicht zu ZDF und ARD gelangte. Wie das genau ging weiß ich nicht , ich war da Kind aber es ging. Einmal war ich mit meinem Vati allein im Urlaub , meine Schwester war da gerade geboren. Da war der TV Raum etwas außerhalb des FDGB Heimes in so einer Art Bungalow. Das TV Gerät dort da ging diese Methode nicht. Warum weiß ich nicht es war aber so und wir haben natürlich heimlich in Farbe den Karnevalsumzug am Rosenmontag im ARD geschaut. Dann hat immer wer geschaut das niemand vom Ferienheim kommt weil eigt war das verboten
Wenn man da jetzt so 40 Jahre zurück denkt.

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Sebastian
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Re: Ein Höhepunkt rumänischer Kultur

Beitrag von Sebastian »

Unser Pendant in Rumänien war der Amerikanische Sender "Radio free Europe" mit Sender in München, der auf Kurzwelle gut zu empfangen war - natürlich ebenso verboten.

Bei meinem Onkel lief der ungefähr Tag und Nacht, allerdings nur hinten im Schlafzimmer, wo unbefugte Gäste nicht hinkamen. Ich vermute, mein Onkel hat in Jahren nie eine Nachricht von free Europe (auch "Şopârliţa liberă" - die freie Eidechse - genannt) verpasst, wenn er zu Hause war. Das waren die einzigen Nachrichten, denen wir damals wirklich Glauben schenkten, bei den Rumänischen war die Glaubwürdigkeit doch sehr eingeschränkt... :whistle:
Sebastian

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