Kommt mir sehr bekannt vor

Alles was sonst nirgends hinpasst aber mit Rumänien zu tun hat.
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Klaus
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Kommt mir sehr bekannt vor

Beitrag von Klaus »

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Ich habe ja sicher mal erwähnt, dass ich in Kronstadt im Cartier Tractorul gewohnt habe. Dies ist für die Arbeiter/Angestellen der benachbarten Traktorenfabrik gebauten worden.

Als ich jetzt diesen Artikel auf Digi24 sah, hatte ich ein Dejavu-Erlebnis:
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Der Sozialismus hat sich verabschiedet, die Traktorenfabrik ist verschwunden - aber es gab immer noch viel unbebaute Fläche im Traktorenviertel. Also haben die "Gewinner" der Veränderung dort gebaut. An den Gebäuden sieht man, dass diese nicht gerade zu den Ärmsten der Armen gehören. Jedoch sitzen sie in ihren tollen Häusern an unbefestigten Straßen und ohne Kanalisation. :o

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Sebastian
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Re: Kommt mir sehr bekannt vor

Beitrag von Sebastian »

Würde ja sagen:

"wie passend - das beste Verkehrsmittel bei solchen Straßen ist gewiß ein Traktor!" :lol: :lol: :lol:
Und mein Mitleid mit den Gewinnern der Umstellung ist begrenzt.
Sebastian

Klaus
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Re: Kommt mir sehr bekannt vor

Beitrag von Klaus »

Auch mein "Mitleid" hält sich in Grenzen, Sebastian! - Aber "unbefestigte Straßen und keine Kanalisation" erinnert mich mehr an die Tziganie als an ein Viertel für Gutsituierte. Gibt es das auch in anderen exsozialistischen Staaten oder ist das "spezifisch rumänisch"? :?

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Olli
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Re: Kommt mir sehr bekannt vor

Beitrag von Olli »

Andere Leute zahlen für ein [Links für Gäste nicht sichtbar] :lol: :lol: :lol:
...Und das sogar in Rumänien:[Links für Gäste nicht sichtbar] (Passt zu Klaus' Wohnmobilidee :-) )

Klaus
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Re: Kommt mir sehr bekannt vor

Beitrag von Klaus »

Olli hat geschrieben:
So 10. Jan 2021, 15:03
Andere Leute zahlen für ein [Links für Gäste nicht sichtbar] :lol: :lol: :lol:
...Und das sogar in Rumänien:[Links für Gäste nicht sichtbar] (Passt zu Klaus' Wohnmobilidee :-) )
Damit habe ich sogar mal mein Geld verdient! - Heilschlamm (rumänisch: nămol) war die Hauptattraktion in Eforie Nord.

Aber nicht nur deutsche Kurtouristen zog es da hin. Zwischen Eforie Nord und Sud war die "Badeanstalt des Zentralkomitees". Dort haben die Jungs und sicher auch das Mädel sich von der harten Arbeit regeneriert. In den "zehn verlorenen Jahren" hat man aber alles verkommen lassen.


Klaus
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Re: Kommt mir sehr bekannt vor

Beitrag von Klaus »

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Ich hab mich gefragt: Wer wohnt in solchen Häusern? - Vielleicht diese?

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Klaus
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Re: Kommt mir sehr bekannt vor

Beitrag von Klaus »

Um einem Mißverständnis vorzubeugen: auf dem Bild ist nicht "Tractorul Nou" zu sehen, sondern "Henri Coandă". Da "Henri Coandă" auch der Name des Bukarester Haupstadtflughafens ist, vermute ich das "Schlammbad" dort in der Nähe.

Aber sicher gibt es dann auch in den anderen größeren Städten Rumäniens solche Neubaugebiete. Steht das stellvertretend für das postsozialistische Bauschaffen - oder ist das "specific românesc"?

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Sebastian
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Re: Kommt mir sehr bekannt vor

Beitrag von Sebastian »

Ich kann nur für die speziell rumänischen Verhältnisse sprechen, von den Bruderstaaten verstehe ich viel zu wenig.
Ich denke jedenfalls, dass die Raffgier auf allen Ebenen, - ein Stück weit verwurzelt bis in die Zeit der Ottomanischen Herrschaft - ein Herrscher von Türkischen Gnaden hatte nur so lange Zeit, bis der nächste Rivale mehr Geld beim Divan in Konstantinopel zahlte und ihn beerbte - daher mußte er möglichst viel zusammenraffen wie möglich,, denn seine Zeit war kurz bemessen.
Diese Haltung scheint die grundlegende Haltung nahezu aller Rumänen, welche in den letzten 50 Jahren an die Macht gekommen sind, zu sein, ist also wohl eine Art "Grundgesetz" des Herrschens in Ro auf allen Machtebenen zu sein, die "DNA der Ro Macht" . Und was den lokalen Herrschern eben nicht genug Geld in kurzer Zeit einbringt, wird eben nicht durchgesetzt. Wenn keiner der richtig einflußreichen Bonzen in einem Neubauviertel wohnt, dann wird eben die Straße nicht geteert, keine Kanalisation gebaut...
Inzwischen gibt es zumindest für die Kanalisation EU _Mittel, von denen einflußreiche Bonzen wohl genug Gewinnabschöpfen können, und so wird auch im ländlich - bergigen Gebiet an Kanalisation und Müllabfuhr gebaut - wenn sich irgendein einflußreicher Bonze eine Freizeit - Villa vor Ort gebaut hat, dann wird die Straße eben auch blitzschnell geteert (so bei uns - seit mindestens 1980 versprochen, glaubte kaum jemand mehr daran, daß diese Straße noch binnen 1-2 Generationen geteert würde. Kaum hat sich ein einflußreicher Parteibonze eine Villa an dieser Straße gebaut, so wurde die Straße, welche Racatau und Marisel verbindet, geteert. ;) :whistle: :whistle: :whistle: :doh:
Sebastian

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