Binationale Ehen

Alles was sonst nirgends hinpasst aber mit Rumänien zu tun hat.
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Olli
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Binationale Ehen

Beitrag von Olli » Sa 28. Dez 2019, 17:59

Viele Leute machen die Erfahrung, dass es gar nicht so einfach ist, eine Ausländerin / einen Ausländer zu Ehelichen.
Genau so war es auch bei uns. Sie ist Rumänin, ich bin Schweizer und wohnen tun wir in Deutschland und Rumänien.
Der Bürokratische Aufwand war somit schon beinahe als "krank" einzustufen.
2014 Wies mich ein Arbeitskollege aus Ungarn, welcher eine Bulgarin heiratete das erste mal darauf hin, dass die Heirat in Dänemark eine Option sei, bei welcher praktisch kein bürokratischer Aufwand entsteht.
Die beiden haben damals das Ganze über eine Heiratsagentur organisieren lassen und es hat geklappt!
Leider fehlte uns bis Anhin das Geld für solche Heiratsfirmen (startet bei ca. 1000.- Euro) allerdings wies mich im Sommer 2019 ein dänischer Bekannter darauf hin, dass dies auch ohne solche Firmen geht!
Wie aber ist der Ablauf?
Im folgenden mal eine kurze Anleitung:
Seit Anfang 2019 läuft alles zentral über das Familienministerium, welches alle Dokumente prüft und verifiziert.
Deshalb ist der erste Schritt auch das Aufrufen deren Website:
https://familieretshuset.dk/
Dort gibt es auch gute Beschreibungen in Deutsch, Englisch und Dänisch.
Die Gebühr für das Ganze beträgt 1650 Kronen (ca. 250 Euro, Stand Dezember 2019).
Der nächste Schritt ist, dass man auf die Seite Klick geht, dort seine Handynummer eingibt und mittels des SMS-Codes der einem gesendet wird einloggt.
Bildschirmfoto von 2019-12-08 13-44-42.png
Anschliessend teilt man den Namen der Gemeinde in Dänemark mit, in welcher man Heiraten will ( HIER gibt es eine Liste der Dänischen Gemeinden)
Die Gemeinde kann auch im Nachhinein noch geändert werden.

Dann müssen die Dokumente hochgeladen werden.
Benötigt werden:
- Personenstandausweis
- (Bei geschiedenen) Scheidungsurteil
- (Bei Verwitweten) Sterbeurkunde
- Reisepass oder Identitätskarte (Personalausweis)
- Eventuell Geburtsurkunde
Zu Beachten ist, dass alle Dokumente in Deutsch, Englisch oder Dänisch eingereicht werden müssen, bei nicht EU Partnern beglaubigt (Apostilliert).
Auch Stempel etc müssen übersetzt sein!

Das Familienministerium prüft nun alle Dokumente und wenn alles seine Richtigkeit hat kommt eine Mail mit folgendem Inhalt:
Bildschirmfoto von 2019-12-07 12-52-32.png
Jetzt kann geheiratet werden.
Also Termin auf der Gemeinde machen und los geht's! :)

Anschliessend kommt die Anmeldung der Ehe in den beteiligten Ländern:
In Deutschland ging dies für mich ganz einfach auf der Wohngemeinde. (Einwohnerkontrolle) ca. 15 Minuten hat's gedauert und meine Frau hatte Wohnsitz und wir galten (gelten) als verheiratet!

In der Schweiz scheint es etwas komplizierter, dort habe ich den Prozess mal gestartet, allerdings in Folge der Feiertage und der noch nicht durchgeführten Anmeldung in Rumänien noch nicht weitergeführt.

In Rumänien wurden wir auf dem Zivilstandesamt erst mal darauf hingewiesen, dass die Dokumente Apostilliert werden müssen!
Dass dies seit Februar 2019 nicht mehr notwendig ist innerhalb der EU - Als Verordnung (EU) 2016/1191 sogar zwingend übernommen werden muss, scheint hier noch nicht angekommen zu sein...
Ich habe nun die ganze Verordnung mal auf rumänisch ausgedruckt (136 Seiten) und werde diese am Montag dem Zivilstandesamt mal vorlegen :-)
Bin gespannt wie es dann weitergeht...

Ein Merkblatt für Deutsche gibt es hier: Klick

Hier eine Erklärung zu Verordnungen, Richtlinien und sonstigen Rechtsakten

Zu guter letzt das Rundschreiben Deutschlands zu der Verordnung: Umsetzung der Verordnung (EU) 2016/1191 (EU-Apostillenverordnung)
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Re: Binationale Ehen

Beitrag von Olli » Do 2. Jan 2020, 11:30

Nun, wir waren bei der Primarie.
Nun muss es plötzlich nicht mehr Apostilliert sein, sondern die "Mehrsprachige Übersetzung" muss zwingend dabei sein...
Eine Notariell beglaubigte Übersetztung würde auch gehen, dann müsste jedoch der Trauschein Apostilliert werden :-)
Ein Widerspruch in sich!
Naja, Rumänische Behörden halt...

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Re: Binationale Ehen

Beitrag von Olli » Do 13. Feb 2020, 20:00

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Re: Binationale Ehen

Beitrag von Sebastian » Sa 15. Feb 2020, 14:40

Das ist ja wirklich dreist was die sich erlauben. So mancher Amtsschimmel hat wohl noch nicht bemerkt, dass er nicht mehr in der Ceausescu - Zeit lebt, wo Amtspersonen narrenfreiheiten besaßen.
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Re: Binationale Ehen

Beitrag von Klaus » Sa 15. Feb 2020, 19:54

Sei bloß froh, Olli, dass Deine Frau EU-Bürgerin ist! - Sonst könntest Du noch ganz andere Sachen erzählen!

Durch meine Beschäftigung mit meinen beiden Schwerpunkten Karpaten und Krim kenne ich auch die Welt jenseits des heute nicht mehr so "eisernen" Vorhangs. Für die Menschen ist er aber immer noch eisern genug.

Von seiten der Behörden gibt es so eine Art "Rache" dafür, dass man sich durch die Hochzeit in Dänemark dem eigenen Herrschaftsbereich entzogen hat. Wenn die Paare sich dann in Deutschland niedergelassen haben, dann versucht man ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Ich kann zum Thema aber auch etwas Lustiges/Trauriges zu berichten. Unter dem Betreff: "O glumă proastă" hatte ich etwas über Christian "Mace" Macedonschi berichtet https://rumaenienforum.ro/viewtopic.php?f=17&t=415 - Sehr gut vernetzt in der Kronstädter Lokalpolitik.

Als die Frage aufkam, "was braucht denn ein Deutscher, der noch nie verheiratet war, wenn er eine Rumänin heiraten will, die geschieden ist", hat Mace ganz einfach den Hörer aufgenommen und den Leiter des Standesamts angerufen. Die Antwort: Eine Ledigkeitsbescheinigung. Das ist so ziemlich die mildeste Form von Bürokratie.

Als meine Bekannte dann zum Amt ging, behauptete man dort, dass ein Ehefähigkeitszeugnis vonnöten sei. Das ist so ziemlich die heftigste Form von Bürokratie.


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Re: Binationale Ehen

Beitrag von Olli » Sa 15. Feb 2020, 23:12

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